Commitments überprüfen und einhalten

Commitments – Überprüfen und einhalten

Der Himmel ist so azur, wie er nur im Februar sein kann. Anne schaut in die fast noch blattlosen Baumkronen. Eben gerade hat sie Heinz diese üble Geschichte erzählt und fühlt sich sofort wieder schlecht. Plötzlich stellt sie sich diese Frage: „Will ich mich mein weiteres Leben lang davon runterziehen lassen?“

Er ist inzwischen weiter gelaufen und merkt gar nicht, dass sie noch hinten an der ersten Skulptur von Tony Cragg steht und einen folgenschweren Entschluss fass1: „Ab heute denke ich nur noch positiv!“

Sie ist ein Commitment, eine Selbstverpflichtung, mit sich selbst eingegangen, indem sie sich selbst versprach, nur noch positive Gedanken zuzulassen.

Tatsächlich hat sie sich daran gehalten. Ja, heute ist es so, dass sie das Gefühl hat, nicht die Betroffene zu sein, sondern nur davon gehört zu haben.

Commitment ein Wort mit vielen Bedeutungen im juristischen, ökonomischen, militärischen und anderen Bereichen: Bindung, Verbindlichkeit, Leistungsbereitschaft, Zusage, Festlegung, Übertragung, Haftnahme, Selbstverpflichtung, Kampfhandlung, Kommitment, (Selbst-) Verpflichtung, Verbundenheit, bindende Verpflichtung.

Auch eine positive Identifikation eines Mitarbeiters mit dem Unternehmen ist ein Commitment.

Wir gehen immer wieder Commitments ein

Verpflichtungen gehen wir immer wieder ein.

Wir verpflichten uns vor uns selbst oder vor anderen, etwas zu tun oder einzuhalten.

In der Fastenzeit keinen Wein zu trinken oder keine Süßigkeiten zu essen.

Manchmal ist es hilfreich, andere einzubeziehen, die eine gewisse „Überwachungsfunktion“ haben: Wenn ich es nicht schaffe, mit dem Rauchen aufzuhören, verpflichte ich mich …. zu tun.“

Manchmal reicht es schon, dass wir uns selbst verpflichten. Also alleine ohne andere Menschen.

Über ein Tracking können wir heute zum Beispiel unsere täglichen Schritte zählen und uns so informieren lassen, ob wir uns heute schon ausrechend bewegt haben.

Durch die Bekanntgabe der Besten am schwarzen Brett werden in Unternehmen ebenfalls Trackings oder Rankings durchgeführt, die das Team oder die Abteilung anspornen, mehr zu leisten.

Häufig legen Teams oder Unternehmenseinheiten aber auch in Form von Zielvereinbarungen bindende Vereinbarungen ab, mit denen Sie sich selbst verpflichten, bestimmte Unternehmensziele zu erreichen.

Commitments helfen, ungeliebte Aufgaben zu erledigen

Immer wieder wird vorgeschlagen, nur für 5 Minuten eine ungeliebte Aufgabe wenigstens zu beginnen und in dieser kurzen Zeit dabei zu bleiben. Danach kann entschieden werden, ob es weiter geht oder aufgehört wird.

Das Unterbewusstsein wird oft einverstanden sein, doch noch etwas weiter zu machen, wenn wir schon mal dabei sind. 🙂

So, wie wir auch gleichartige Aufgaben eine Zeit lang lieber hintereinander erledigen können.

Andere schlagen 15 Minuten vor. Aber darum geht es gar nicht. Es geht immer um die (Selbst-) Verpflichtung, überhaupt zu beginnen. Denn der Anfang ist häufig das Schwerste.

Meist funktioniert dies auch gut. Denn, ist erst einmal alles zur Bearbeitung vorbereitet, zum Beispiel, um die lästige Buchhaltung zu machen, läuft es dann zügiger und schneller als vorher angenommen. Und schwupps, sind Sie fertig!

Wir müssen uns manchmal überrumpeln

Irgendwie müssen wir uns manchmal zu etwas überrumpeln.

Herr Müller stellt sich seine Armbanduhr ein paar Minuten vor, um immer pünktlich zu seinen Meetings zu kommen, Frau Meyer setzt sich zu eng gefasste Deadlines für die Abgabe ihrer Berichte, um die Termine besser einzuhalten und dadurch nicht in Stress zu geraten. Und das geht gut mit Commitments.

Wenn wir eine Wette oder einen Wettbewerb eingehen, fällt es uns leichter dabei zu bleiben, als wenn wir uns alleine durchkämpfen müssen. Das gilt auch für Verabredungen oder Zusagen, etwas zu tun.

Versprochen ist Versprochen

Letztendlich tun wir das schon seit Kindertagen. Und auch damals fühlten wir uns durch diese Zusagen verpflichtet. „Versprochen ist versprochen!“

Damals lernen wir, dass man Zusagen einhält und nur aus triftigen Gründen davon zurücktreten kann.

Deshalb haben Commitments eine besondere Kraft, die wir heute für unsere Produktivität und Selbstkontrolle super nutzen können.

Die Wichtigkeit verändert sich ständig

Aber von Zeit zu Zeit sollten wir auch unsere Commitments überdenken und prüfen, ob sie wirklich noch Sinn für uns machen. weil sich vielleicht unser Wertesystem geändert hat.

In jungen Jahren ist unsere Karriere sehr wichtig. Wir sind sehr ehrgeizig. Aber wenn wir alles oder vieles erreicht haben, werden andere Dinge wichtig.

Oft sind es auch Dinge aus Kindertagen, die bei uns hängenbleiben. Ist es wirklich notwendig, den Teller leer zu essen, wenn wir satt sind? Das Wetter verändert sich dadurch sicher nicht. 🙂

Oft hängen wir mit 40 immer noch den Zielen hinterher, die sich unsere Eltern mal für uns ausdachten. Diese gilt es immer wieder zu identifizieren und zu ENTFERNEN.

Auch persönliche Dinge, die wir versprochen haben, können mit der Zeit ungültig werden, zum Beispiel, verantwortlich für den kleinen Bruder zu sein. Diese Verpflichtung hört natürlich auf, wenn dieser kleine Bruder erwachsen ist und eigene Entscheidungen trifft.

Und mit der Liebe ist es auch oft so, oder?

Fehlende Verantwortung

Im beruflichen Kontext sollten natürlich zuerst die Randbedingungen geschaffen werden, um gravierende Veränderungen einzuführen. In einer bestehenden hierarchisch geordneten Unternehmenstruktur wird es schwierig sein, Elemente wie das „New Business“ mit Denkecken oder Innovationspools einzuführen. Die fehlende Verantwortung ist mit Sicherheit einer der häufigsten Gründe, warum noch nicht viele solcher Elemente in den herkömmlichen Unternehmen entstanden sind, sondern dann eher als Start Ups ausgegründet werden.

Die Verantwortlichen müssen einen guten Überblick, Einfluss und Macht in vielen Bereichen eines Unternehmens haben, denn dieses Umdenken ist eine große Transformation, Veränderung und Innovation. Es erfordert das Commitment aller Beteiligten.

Fazit

Commitments können wir sowohl für uns ganz persönlich als auch im beruflichen Kontext nutzen, um an ungeliebte, aber notwendige Arbeiten heranzugehen.

Dabei ist der erste, gut vorbereitete Schritt sehr hilfreich. Ob wir dann weiter machen oder aufhören, können wir dann immer noch entscheiden.

Sie können Commitments für sich nutzen: Machen Sie mit sich selbst Deals für die Aufgaben, die Ihnen schwer fallen, und verpflichten Sie sich möglichst offensichtlich, vielleicht ein Zettel gut sichtbar an der Wand gepinnt. Vielleicht gibt es zusätzlich nach getaner Arbeit eine Belohnung. Auch das ist eine Selbstverpflichtung.

Aber Commitments sollten sowohl privat als auch beruflich immer wieder überprüft und dem aktuellen (Beruf-) Leben angepasst werden. Hier ist Loslassen angesagt.

Welche Commitments haben Sie, um unangenehme Aufgaben zu erledigen?
Wenn Sie es bisher noch nicht getan haben, würde ich mich freuen, wenn Sie meinen wöchentlichen Produktivitäts-Tipp abonnieren, damit wir in Kontakt bleiben.

 

About Annette Kunow

Annette Kunow zu Prokrastination überwinden

Mein Name ist Annette Kunow und ich bin Hochschullehrerin, Künstlerin und Business Coach.

Seit 30 Jahren mache ich nun diesen „Trigat“ zwischen Hochschule, Unternehmen und Kunst. Ich schaffe es immer wieder, die Synergien zwischen diesen drei Standbeinen herzustellen.

Nur so funktioniert es: Durch die Tätigkeit im Unternehmen bereichere ich den Unterricht an der Hochschule mit Praxis.

In der Kunst kann ich dann meine andere Seite leben. Meine Bilder stelle ich mittlerweile weltweit aus. Ich möchte keine dieser Seiten missen.

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