Wie Sie einer Gewohnheit Macht geben

Wie Sie einer Gewohnheit Macht geben

Alle Macht der Gewohnheit

Eine Gewohnheit oder Gewohnheiten bestimmen über die Qualität unseres (Arbeit-)Alltags. Sie entscheiden über Gesundheit oder Krankheit, Erfüllung oder Leere, Kraft oder Schwäche, Einsamkeit oder Verbundenheit, Erfolg oder Scheitern.

Deshalb ist es sinnvoll, Gewohnheiten für uns zu nutzen. Mit ihnen können wir unsere Ziele schneller erreichen und so mehr Einfluss auf unser eigenes Leben, aber auch das der anderen haben.

Die Gewohnheit ist die zweite Natur.

Marcus Tullius Cicero

Um uns eine neue Gewohnheit anzueignen, brauchen wir ungefähr 30 Tage.

30 Tage Selbstdisziplin!

Wenn diese 30 Tage durchgehalten werden, ist der Durchbruch geschafft. Danach hat sich die neue Gewohnheit festgesetzt, wir können ihr dann ohne große Anstrengung folgen.

Die anfängliche Selbstdisziplin ist dann nicht mehr oder immer weniger vonnöten, denn dann kommt die Eigendynamik einer Gewohnheit zum Tragen. Genauso, wie sie gewirkt hat, als wir uns angewöhnten, das Abendessen mit einem Stück Schokolade zu beenden.

Es ist wie mit einem riesigen Schwungrad. Es ist schwer in Bewegung zu bringen, aber wenn es in Ruhe gelassen wird, verliert es wieder an Geschwindigkeit und kommt erneut zum Stillstand.

Vielen Menschen beginnen hoch motiviert, aber eine Kleinigkeit bringt sie aus dem Rhythmus und sie stoppen wieder. Dann ist es wieder sehr scher, erneut zu beginnen. Andere wiederum lassen sich durch nichts stoppen und bleiben kontinuierlich dran. Sie erreichen schließlich die Ziellinie.

Also sollten wir uns mit dem Wunsch, eine Gewohnheit zu verändern, sofort klar machen, was wir tun können, wenn wir ins Straucheln kommen!

Das ist dann die Gewohnheit für aufkommende Widerstände

  • noch eine weitere Woche/Tag/Stunde dranzubleiben,
  • Freunde bitten, uns zu unterstützen,
  • eine Belohnung, wenn die Gewohnheit eingehalten wird.

Und Wunschziele können so Vieles sein

  • schlank, trainiert und voller Energie sein,
  • eine glückliche Partnerschaft führen,
  • einen großen Freundeskreis zu haben,
  • im Wohlstand zu leben,
  • ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, von dem man leben kann.

Um zuverlässig eine Gewohnheit zu verändern, gelten folgende Regeln

  • Nur eine einzige Gewohnheit auf einmal verändern.
  • In Micro-Schritten beginnen, zum Beispiel eine Yoga-Übung, die 20 Minuten statt einer Stunde dauert.
  • Den Zeitraum limitieren, also nur für 30 Tage die Änderung der Gewohnheit vornehmen. So glaubt das Unterbewusstsein, es sei freiwillig.
  • Täglich durchführen und ohne Unterbrechung einhalten .

Menschen finden also immer wieder in ihre alte, gewohnte Spur. Wir können aber die Entscheidung treffen, wohin diese Spur uns führt.

In Gewohnheiten denken und handeln wir langfristig.

Man denkt an das, was man verließ;

Was man gewohnt war, bleibt ein Paradies.

Johann Wolfgang von Goethe

Morgenritual

Wie der Tag beginnt, so geht er meistens auch weiter. Mit einem guten Morgenritual können wir den Grundstein für einen guten Tag legen, anstatt darauf zu hoffen, dass wir zufällig entspannt, zufrieden und fokussiert sind.

Ziele setzen

Wissenschaftler von der Dominican University of California forschten über das Thema „Bringt es was, sich Ziele zu setzen?“ Sie fanden heraus, dass Menschen, die sich Ziele setzen,  wesentlich erfolgreicher waren als die, die ohne Ziel durch das Leben stapften. Umso erfolgreicher waren sie ausserdem, wenn sie sich die Ziele schriftlich notierten und/oder sich öffentlich verpflichteten, sie zu erreichen.

Ziele visualisieren

Das Visualisieren der Ziele ist wohl das wichtigste Mittel für den Erfolg. Die Ziele, die man sich am lebendigsten visualisieren kann, sich also gut vorstellen kann, sind für unser Unterbewusstsein bereits real und können so am ehesten verwirklicht werden.

Am besten visualisieren wir das Ziel mindestens einmal, besser noch dreimal täglich, wenn wir ernsthafte Ziele haben. In kräftigen Farben, mit bewegten Bildern, strahlend, riesig. Wenn´s geht, vertont.

Einsatz des Pareto-Prinzips

Ja, das Pareto-Prinzip wird überall herangezogen. Aber tatsächlich ist das Prinzip gültig: 20% der täglichen Aufgaben sind für 80% der Erfolge verantwortlich. Die verbleibenden 20% der Erfolge benötigen tatsächlich 80% des Gesamtaufwands. Und 100 % sind niemals zu schaffen.

Die Kraft und Energie ist also dort gut investiert, wo sie ein Projekt oder Unternehmen vorwärts bringt. Das heißt aber auch, uns auf diese Aufgaben zu fokussieren statt sich mit Allerlei zu verzetteln, zu prokrastinieren.

Definition der Tagesziele am Vorabend

Am Abend wissen wir noch, wie der nächste Schritt genau aussieht. Dabei sollten immer wieder drei Fragen gestellt werden

  • Welche drei Aufgaben sind die wichtigsten für den nächsten Tag?
  • Was bringt das Projekt, das Unternehmen wirklich voran?
  • Welche Aufgaben erzeugen das Gefühl, einen guten Tag gehabt zu haben?

„Eat the frog“

„Eat the frog“ heißt, mit dem Unangenehmsten zu beginnen. Dann ist die Energie wieder frei für die anderen Aufgaben.

Ansonsten ist das Unterbewusstsein immer mit dem Unangenehmen beschäftigt und kann sich nicht auf andere Aufgaben konzentrieren..

Diese Gewohnheit macht das Leben wirklich leichter. In allen Bereichen.

„Die losen Enden verbinden“

Stellen Sie sich vor, Ihre Tagesenergie sei ein DIN A4-Blatt Papier. Immer wenn Sie in Ihrem Büro oder Haushalt herumgehen und angefangene, unvollendete Dinge sehen, verwenden Sie Energie darauf und können ein Stückchen von Ihrem Blatt Papier abreißen. Sie kommen in die Küche und sehen einen Berg von Abwasch, im Wohnraum liegt alles vom Vorabend durcheinander, ihr Schreibtisch quillt über und macht alleine durch den Anblick ein schlechtes Gewissen.

Das Blatt Papier wäre danach weniger als die Hälfte groß.

Und das passiert ja bei jedem Durchgang. Bei jedem Blick drauf wieder so viel Energieverlust. Viel Energie bleibt dann nicht mehr für die tatsächliche Arbeit, die zu bewältigen ist.

Deshalb sollten Sie es sich zur Gewohnheit machen, sofort aufzuräumen, sofort abzuwaschen. Eben immer das anzupacken, was ins Auge springt und getan werden will.

Dann ist der Kopf frei für die Arbeit, die gerade dran ist.

Delegieren oder sich Hilfe holen

Viele Menschen können keine Hilfe annehmen. Andere denken, dass es andere doch nicht so gut machen wie sie selbst.

In beiden Fällen kommt es häufig nach einer Zeit  zu Engpässen. Immer dann, wenn alles zusammenläuft und dann vielleicht auch noch ein Projekt dazukommt.

Aber auch diese Gewohnheit kann man erfolgreich verändern, indem man sich immer öfter dazu aufrafft, andere um Hilfe zu bitten oder Arbeiten zu delegieren.

Selbstverantwortung übernehmen

Eine sehr nützliche Gewohnheit ist, immer die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Auch in schwierigen Situationen sind wir dann in der Lage zu fragen

  • Was kann ich tun, um ein Ziel zu erreichen, um glücklich zu sein?
  • Was ist mein Anteil?

Damit werden die neuen Möglichkeiten klar, die jetzt zu tun ist. Die anderen Menschen, die nicht eigenverantwortlich oder proaktiv sind, fragen dagegen

  • Warum ich?
  • Was ist stimmt nicht mir?
  • Warum habe ich’s immer so schwer?

Damit graben sie sich in die Handlungsunfähigkeit weiter ein. Sie warten weiter auf den „Erlöser“. Der dann doch nicht kommt.

Dort wo die Angst ist, ist der Weg!

Die Angst wird uns immer begleiten. Ein Leben lang. Es gilt nicht, die Angst loszuwerden. Nein, es gilt, mit ihr zu leben, sie zu integrieren. Durch die Angst zu gehen, bringt uns auf den nächsten Level und lässt uns mutiger  für die nächsten Schritte sein.

Angst können viele Dinge machen

  • Ein unangenehmes Telefonat führen.
  • Sich für die zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung anzumelden.
  • Jemandem die tatsächlichen Gefühle offenbaren.
  • Jemanden um Hilfe bitten.
  • Beim Postamt nachfragen, warum das Porto für das Einwurf-Einschreiben nicht das kostet, was man vorab gegooglet hat.
  • Mal alle Fünfe gerade sein lassen.
  • Nein sagen

Was immer es ist, es hilft. Und das nächste Mal wird es schon selbstverständlicher und gewohnter.

Es wird zur Gewohnheit.

Ein Erfolgs-Tagebuch führen

Dankbarkeit ist ein Schlüssel zur Zufriedenheit. Wenn wir uns am Abend fragen, was am Tag gut gelaufen ist, es vielleicht sogar in einem Erfolgs-Tagebuch notieren, können wir uns zufrieden und glücklich zurücklehnen.

  • Wofür bin ich heute dankbar?
  • Was ist mir gut gelungen?
  • Worüber habe ich mich gefreut, worüber konnte ich lachen?

Ein Journal oder Tagebuch schenkt uns Selbstgespräche der allerbesten Art. Wenn wir das öffentlich oder mit Gleichgesinnten machen, zum Beispiel in einem Blog, können wir weiter wachsen.

Durch das Niederschreiben klären sich Dinge und Zusammenhänge ordnen sich. So finden wir zu unserer inneren Mitte.

Träume, Bedürfnisse, Gefühle und eingefahrene Muster können so entdeckt werden. Und schöne Erinnerungen sind gut aufgehoben und Entwicklungen sind später nachvollziehbar.

Single-Tasking

Multitasking ist heute der Produktivitätskiller Nummer 1. Wir wollen alles auf einmal schaffen – und schaffen nichts davon gut.

Ein offenes Browser-Fenster, eine unbeantwortete Mail, zehn Aufgaben, zwischen denen wir kopflos hin- und herspringen.

Ein Schritt nach dem anderen. Das macht glücklich, weil wir so im Moment ankommen und in einer einzigen Aufgabe aufgehen können. Und erfolgreich, weil wir alle Kräfte wie einen Laserstrahl bündeln und so zu Ergebnissen kommen, von denen Multitasker nur träumen können.

Arbeitstechniken anwenden

Es gibt viele Arbeitstechniken und -methoden. Ich habe hier auch schon darüber geschrieben.

Wichtig dabei ist aber, dass jeder die für ihn richtige Methode oder Technik aussucht und anwendet. Wir Menschen sind sehr unterschiedlich und arbeiten  so auch ganz unterschiedlich und mit unterschiedlichen Methoden.

Ehe wir etwas voll übernehmen, sollten wir es ausprobieren, um zu sehen, ob die ganze Methode für uns greift oder nur einzelne Teile.

Ich tue mich zum Beispiel mit dem Priorisieren schwer. Wenn ich den Aufgaben sofort eine Priorität zuordnen soll, stimmt diese nachher oft nicht mit dem Zeitpunkt der Abarbeitung überein. Deshalb bin ich dazu übergegangen, zuerst keine Prioritäten zu setzen und erst am Vorabend bei der Planung des nächsten Tages oder am Morgen die Aufgaben zu priorisieren.

Das liegt unter anderem daran, dass ich häufig an nicht-termingebundenen Aufgaben arbeite, die ich dann anpacke, wenn ich Lust habe. Da ich eine kontinuierliche Arbeiterin bin, mache ich relativ selten Dinge auf den letzten Drücker.

Materielles und mentales Entrümpeln

Es ist ja nicht nur die Wohnung, der Garten oder die Garage, die aufgeräumt werden müssen. Nein, auch unsere Daten im Rechner, unsere Clipps in Evernote und unsere alten Akten müssen regelmäßig durchforstet und entsorgt werden.

Aber wir müssen auch unsere Gedanken, die uns immer wieder herunterziehen, systematisch loslassen. Das befreit und hilft uns, Neues beginnen zu können.

Fazit

Wenn wir uns eine (schlechte) Gewohnheit abgewöhnen wollen, hilft es uns enorm uns vorzustellen, wie diese langfristig wirken und was sie langfristig verbessern, um sie wieder loslassen zu können.

Nicht heute oder morgen, sondern in fünf oder zehn oder gar 20 Jahren, wenn die neue Gewohnheit zum Teil unseres (Berufs-) Alltags geworden ist.

Das hilft enorm am Ball zu bleiben.

about-annette-kunow-16-12-02

 

No Comments

Post A Comment