Guter Stil – noch mehr Erfolg

Stil-Tipps für Führungskräfte

Gastartikel von Katharina Starlay

 Schlipsträger sein oder nicht sein – diese Frage stellen sich heutzutage viele. Täglich. Denn die eigene Kleidung soll nicht nur zu Anlass und Typ passen, sondern auch dezidierte praktische Anforderungen erfüllen. Gibt es Stil-Tipps, mit denen es sich müheloser durch die Gelegenheiten und Anforderungen des Business-Alltags navigieren lässt? Hier lesen Sie, worauf es ankommt.

In der Frage des passenden Dresscode gilt bis heute:  „You have to know the rules, before you break them – lerne die Spielregeln, bevor Du sie brechen willst.“ Nicht nur unter Führungskräften ist es daher eine gute Idee, sich in der Vorbereitung auf Projekte auch auf die Bekleidungsgewohnheiten der Ansprechpartner einzustellen, die man schließlich mit der eigenen Kompetenz erreichen möchte. Statt also in jeder freien Minute das Smartphone auf Nachrichten zu überprüfen, die genauso gut auch warten können, öffnen Sie Ihre Wahrnehmungskanäle lieber für die (Bekleidungs-) Kultur des Umfelds, in dem Sie punkten möchten. Ist Ihr Gegenüber eher hemdsärmelig unterwegs, kann ein zu formaler Anzug sogar Distanz aufbauen. Ein Geschäftsführer als Gesprächsgegenüber aber erwartet nicht selten eine Krawatte, die Sie dann auch anlegen sollten, wenn Sie wirklich auf Augenhöhe kommunizieren wollen.

In technischen Berufen überwiegt der Dresscode Business Casual: Als Mann tragen Sie einen nicht zu dunklen Anzug oder eine Sakko-Hose-Kombination, eventuell auch mit einer dunklen, nicht zu ausgewaschenen Jeans. Dazu Hemd ohne Krawatte und Lederschuhe. Zum durchgehenden Anzug sollte das Hemd gemustert oder farbig sein, damit das Auge des Betrachters nicht gelangweilt wird. Als Frau wählen Sie im legeren Dresscode eher eine Kombination als ein Kostüm, die Sie mit modischen Schuhen und Accessoires auf „modern“ stylen. Wie sonst lässt sich glaubhaft zeigen, dass Sie auch fachlich auf dem neuesten Stand sind? Denn unmoderne Kleidung vermittelt die falsche Botschaft. In anderen Branchen gelten Dresscodes, die einen dunklen Anzug oder Kostüm vorschreiben, zum Beispiel in Banken.

Abschließend noch ein paar Tricks aus der Stil-Kiste, die Ihren Alltag leichter machen

  • Ihr Outfit sollte mindestens ein Bekleidungsteil enthalten, das nach „Business“ aussieht. Anders als eine Stoffhose lässt sich eine Jacke/ ein Sakko eben schnell ablegen.
  • Bei einer Terminlage mit unterschiedlichen Dresscodes von „schick bis casual“ sollten Sie Schuhe und Accessoires zum „Nachrüsten“ griffbereit dabei haben.
  • Probieren Sie es mal mit Einstecktüchern, auch als Frau. Das wertet das Outfit auf originelle Weise auf und ist allemal bequemer als eine Krawatte.
  • Integrieren Sie eine Weste, die Sie statt einer Jacke/ Sakko oder darunter tragen können, in Ihren Look.
  • Tragen Sie die Ärmel Ihrer Jacke nie zu lang! Das lässt Sie kleiner und hilflos aussehen. Die richtige Saumhöhe für Männer und Frauen liegt an der Handgelenkwurzel, so dass das Herrenhemd von 1,5 bis 2 cm hervorgucken kann.
  • Stopfen Sie Taschen und Innentaschen nicht voll – es verdirbt die Figur.
  • Zeigen Sie als Frau Beine ODER Dekolleté – nie beides.
  • Tragen Sie Schuhe mit Absätzen nur so hoch, wie Sie souverän darin gehen können. Alles andere kostet Sie die Bodenhaftung und damit Ihre Verhandlungsstärke. Bei Vorträgen vor einem rein männlichen Publikum bevorzugen Sie eine Hose. Die darf trotzdem modisch und attraktiv sein.
  • Tragen Sie Farbnuancen, die Ihnen stehen. Dadurch bleiben Sie im Gedächtnis.
  • Schauen Sie sich immer auch von hinten an, bevor Sie das Haus verlassen.

Katharina Starlay

Starlay-Portrait„Kleidung ist immer dann wichtig, wenn sie nicht stimmt.“

Katharina Starlay ist Modedesignerin und Imageberaterin für Unternehmen, Mitglied im Deutschen Knigge-Rat und Stilkolumnistin des Manager Magazins. In Vorträgen, Talk-Shops und Einzelcoachings macht sie das Beste von Menschen und Unternehmen sichtbar und setzt auch unmittelbar um, wenn sie als „Einkleiderin“ Teams und Chefs mit Corporate Couture / Business Couture ausstattet. Denn Aussehen, Auftreten und Benehmen sind ein Baustein des Vertriebskonzeptes und damit Teil der Wertschöpfungskette.

Ihre Bücher verbinden ihre fachliche Substanz mit der Freude, dieses Wissen zu vermitteln. Ihr neuestes ist „Stilwissen to Go – Wie Sie von A bis Z im Businessalltag punkten“ im Frankfurter Allgemeine Buch Verlag.

Aktuelle Stilnachrichten postet sie auf Stilclub.de.

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