Inhomogenität Der Kreativitäts- Booster

Inhomogenität – Der Kreativitäts-Booster für Ihr Team

Tipps für mehr Kreativität im Team

  • Wie arbeitet ein kreatives, erfolgreiches Team?
  • Was macht ein Hochleistungsteam aus?

Wenn wir über eine Arbeitsgruppe oder ein Team reden, wird immer wieder bewusst, wie wichtig es ist, die Stärken der einzelnen Gruppenmitglieder zu erkennen und sinnvoll einzusetzen. Erst dann können alle Teammitglieder ihr volles Potential ausleben.

Es gibt zahlreiche Tests, zum Beispiel den Belbin-Test, um die beste, eigene Rolle im Team herauszufinden.

Das Hochleistungsteam

Aber nicht nur die richtige Rollenverteilung ist wichtig für das Erstellen eines Hochleistungsteams. Auch die Anzahl der Teammitglieder beeinflussen die Leistungsfähigkeit eines Teams.

Hat das Team zu wenige oder zu viele Mitglieder, kann es nicht effizient arbeiten. Teamgrößen 3-7 Personen sind ideal. Maximal sollten dem Team nicht mehr als 12 Personen angehören.

 

Das Hochleistungs-Team

Das Hochleistungsteam /Geiger, Dieter; Bachelorarbeit HS Bochum: WILO- Nach-schlagewerk zur Organisation von Projekten „Von Projek-tauftrag bis zum effizient arbeitenden Team anhand der Teamuhr“, 2015/

Aber wie sieht die Praxis aus?

Schon bei der Einstellung wird häufig nur nach den Zeugnissen gefragt und der Proband wird nach den Noten ausgesucht.

Okay, das ist ein Maßstab, den alle Absolventen erfüllen können. Es ist die notwendige fachliche Kompetenz aller Absolventen.

Vom Namen her.

Inhaltlich kann auch der Fächerkanon sehr unterschiedliche Inhalte haben, denn in Deutschland gilt die Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre gemäß Artikel 5 Grundgesetz (GG) als Grundrecht.

Das heißt, jeder Hochschullehrer entscheidet selbst, wie und welcher Unterrichtsstoff seine Veranstaltung beinhaltet!

Und die anderen Fähigkeiten- die Soft Skills?

Es bleibt also bei dieser Einstellungsbeurteilung offen, ob jemand in der Lage ist, mit Menschen umzugehen, Berichte zu schreiben oder Aufgaben/Projekte zu strukturieren.

Diese Soft Skills werden nicht unbedingt überall gelehrt, sind aber im Berufsalltag sehr wichtig. Speziell für die Arbeit im Team.

Im Design Thinking versucht, einen solchen Ansatz zu berücksichtigen. Das Team, das zun Beispiel eine Projekt- oder Produktdefinition erarbeiten soll, wird mit sehr unterschiedlich qualifizierten Menschen, beziehungsweise mit sehr unterschiedlichen Menschengruppen besetzt.

Design Thinking ist ein Ansatz, der zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen soll. Ziel ist dabei, Lösungen zu finden, die aus Anwendersicht (Nutzersicht) überzeugend sind. Im Gegensatz zu anderen Innovationsmethoden kann bzw. wird Design Thinking teilweise nicht als Methode oder Prozess, sondern als Ansatz beschrieben, der auf den drei gleichwertigen Grundprinzipien Team, Raum und Prozess besteht. /Hester Hilbrecht, Oliver Kempkens: Design Thinking im Unternehmen – Herausforderung mit Mehrwert. In: Digitalisierung und Innovation. Springer Fachmedien, Wiesbaden, ISBN 978-3-658-00370-8, S. 347–364, doi:10.1007/978-3-658-00371-5_18 /

So ist es möglich, alle Facetten des Projekts oder Produkts zu beleuchten. Zum Beispiel, nicht nur die technische Funktion eines Produkts, sondern auch die Handhabung, zum Beispiel durch ältere Menschen.

Erst wenn in diesen inhomogenen Teams das neue Produkt ausreichend definiert werden kann, wird die Neuentwicklung angestoßen.

Das Team ist produktiver als die Summe der Einzelnen.

Wenn ein Team tatsächlich füreinander ergänzend arbeitet oder arbeiten kann, ist das Gruppenergebnis immer größer als es die einzelnen Teammitglieder hätten einzeln erbringen können.

Die Gruppe beeinflusst sich gegenseitig. Das führt zu immer neuen Ideen und Ansätzen. Es fördert die Kreativität der einzelnen Teammitglieder, aber auch des Teams.

Uniformität führt zu intellektueller Verstopfung

Wichtig ist dabei aber auch, dass innerhalb der Gruppe eben nicht nur Menschen sind, die denselben Hintergrund haben. Ein solches Team ist zwar schwieriger als ein homogenes zu lenken, denn gerade die Querdenker oder die Unbequemen finden eben gerade die eine oder andere Stolperfalle im Produkt oder Projekt. Alleine dadurch, dass sie einen anderen Blickwinkel als die anderen auf das Problem haben.

Die Idee der Diversität sollte also unbedingt bei der Formierung eines Teams berücksichtigt werden, um ein Team kreativ zu machen.

Teamuhr nach Tuckman

Die einzelnen Störungen im Team werden dadurch nicht erhöht, denn sie treten nach der Teamuhr nach Tuckman sowieso immer wieder auf. Und zwar immer dann, wenn ein neues Team-Mitglied in das Team kommt oder wenn ein Mitglied das Team verlässt.

Der Prozess der Teamentwicklung wird als Ablauf beschrieben, der sich in verschiedenen Phasen vollzieht /Francis C.; Young D.; Tuckman & Jensen, 1977/. Während dieses Prozesses läuft die Teamentwicklungsuhr, die in ihren einzelnen Phasen Prozesse im Team begleitet.

Die Teamuhr nach Tuckman

Die Teamuhr nach Tuckman

  • Orientierungsphase oder Forming
  • Konflikt- oder Abgrenzungsphase oder Storming
  • Kooperations- oder Klärungsphase oder Norming
  • Arbeitsphase oder Performing
  • V Abschiedsphase oder Mourning

Die Kenntnis dieses Verlaufs ist wichtig, damit insbesondere die Storming- oder Konfliktphase nicht behindert oder abgebrochen wird. Werden hier Konflikte verdrängt, können diese weiterschwelen und die Teamarbeit unter Umständen immer wieder stören. Konflikte entziehen dem Team Energie und verhindern Kreativität.

Folglich obliegt es dem Projektleiter, diese Prozesse so zu steuern, dass die Phasen so optimal wie möglich durchlaufen werden, so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig, so dass die produktive, kreative Phase schnellstmöglich (wieder) erreicht werden kann. /Kunow, Annette; Projektmanagement und Business Coaching, 4. Auflage, 2016/

Sonst: Geburtsstunde der Schafsherde

Scheuen sich die Beteiligten vor „unbequemen“ Menschen, kommt es zur Uniformität, zu Ja-Sagern und das Team wird zur Schafsherde, das keine neuen, kreativen Ideen mehr produziert.

Das kreative Projektteam

Die Kreativität im Team kann durch Maßnahmen gefördert werden, zum Beispiel, wenn

  • Kommunikationsregeln (zum Beispiel für Besprechungen) existieren,
  • eine Atmosphäre des Vertrauens und der Kollegialität besteht,
  • das „Wir-Gefühl“ im Projekt existiert,
  • offen und umfassend kommuniziert wird,
  • Konflikte so früh wie möglich erkannt und beseitigt werden,
  • gute Leistungen anerkannt und weitergeleitet werden,
  • die Teammitglieder sich gegenseitig Respekt und Vertrauen entgegen bringen.
  • Gefühle wie Ärger und Zorn offen ausgesprochen und nicht unterdrückt werden,
  • Konflikte und Probleme offen angesprochen und gelöst werden,
  • aktives Zuhören praktiziert wird,
  • alle gleichberechtigte Partner sind und niemand dominiert,
  • unterschiedliche Meinungen als Beitrag zur Lösung des Problems empfunden werden.

Gruppencharaktere im Team

In jedem Team gibt es folgende Rollen (Gruppencharaktere) an die Mitglieder zu verteilen, mit denen sich der Teamleiter und die Mitglieder des Teams auseinander setzen muss.

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Gruppencharaktere

1 Der Streitsüchtige (Nörgler)

2 Der Positive (Pingelige)

3 Der Alleswisser (Drängler)

4 Der Vielredner

5 Der Schüchterne

6 Der Ablehnende

7 Der Dickfellige (Uninteressierte)

8 Der Erhabene (Das „große“ Tier)

9 Der Ausfrager (Rechthaberische)

10 Der Teamgeist

Und freut man sich, dass der Streitsüchtige das Team verlässt, so folgt augenblicklich ein anderes Teammitglied in dieser Rolle!

Fazit

Teams sind im heutigen Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Allerdings gibt es einige Regeln zu berücksichtigen, wenn ein Team effektiv und kreativ ist.

  • Welche Erfahrungen machen Sie in Ihren Teams? Gibt es genug Kreativität?
  • Welche Hindernisse gibt es in der Praxis, kreative Teams zu bilden?

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2 Comments
  • Christopher Henke
    Posted at 14:48h, 31 Mai Antworten

    Mal wieder ein lesenswerter Artikel!
    Das die „Geburtsstunde der Schafsherde“ ein suboptimaler Zustand ist, konnte ich bereits auch mehrfach wahrnehmen.
    Ich beschäftige mich seit einiger Zeit auch mit der Frage, wie man ein (kleines und großes) Team in eine Kreativitäts-Phase bringt. Hier finde ich Anregungen, die mir auch schon durch den Kopf gingen. Ergänzen würde ich gerne das Mindset von Robin Sharma, Er sagt/schreibt (sinngemäß) „A Leader needs no title“. D.h. für mich, mann muss keine Führungskraft sein, um etwas zu bewegen. Warte nicht auf andere, wenn Du es selbst tun kannst. Solch eine Attitüde ist meiner Meinung nach der erste Schritte, um Kreativität bei sich selbst und anderen entfalten zu können.
    Viele Grüße Christopher (VitaminP)

  • Annette Kunow
    Posted at 17:10h, 31 Mai Antworten

    Lieber Christopher,
    Danke für Ihren Kommentar und den interessanten Hinweis.
    Ja, tatsächlich sollte jeder Mensch das Möglichste in seinem Bereich tun. dazu muss er/sie nicht einen Posten haben. Ich nenne das auch Selbstverantwortung.
    Das Tolle dran ist, dass es auch noch glücklich und zufrieden macht 🙂

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