Alleinsein- 5 positive Effekte

Alleinsein- 5 positive Effekte

Alleinsein- 5 positive Effekte

Es ist unpopulär, das Thema „Alleinsein“ aufzugreifen, denn wir leben in einer „Team“-Gesellschaft. Noch nie wurden so viele Aktivitäten aus dem privaten Raum in die Öffentlichkeit gebracht: alles soll in der Gruppe mehr Spaß machen. Ein gutes Beispiel ist das Rudelkucken beim Fußball.

In der Werbung wird uns auch weisgemacht, dass unsere Freunde ständig um uns herum sind, mit uns die Abende verbringen und wir nie alleine sind. Stets gut gelaunt, versteht sich.

Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen

Natürlich liebt es der Mensch, sich in einer Gruppe aufzuhalten. Er ist ein Gemeinschaftswesen. Aber es gibt auch immer Momente, in denen wir uns zurückziehen müssen, um neue Eindrücke und Erlebnisse zu verarbeiten. Vor allem, wenn wir kreativ arbeiten wollen.

Es gibt immer ein Innen und ein Außen

Und es heißt auch nicht, dass das Alleinsein uns immer leicht fällt. Es gibt Menschen, die flüchten regelrecht vor sich selbst.

Ja, vor sich selbst!

Neil Postman, ein US-amerikanischer Medienwissenschaftler, hat einmal gesagt: „Man kann sich nicht selbst entfliehen.“ Doch die heutige Gesellschaft will uns gerade das weismachen.

1 Alleinsein bedeutet, sich mit sich selbst auseinander zu setzen

Denn Alleinsein bedeutet, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Das müssen wir lernen.

Aber es gibt immer wieder Situationen, in denen wir bei uns selbst bleiben wollen, niemanden sehen wollten und das Alleinsein genießen.

Zugehörigkeit

Als Mensch wollen wir Teil der Gruppe sein, dazugehören. Die Zugehörigkeit ist eines der Systemgesetze. Das ist ein Grundbedürfnis des Menschen.

„Die Systemgesetze wirken im Unterbewusstsein, im Verborgenen. Sie sind den Menschen normalerweise nicht bewusst. Dennoch ist ihre Wirkung für jeden und/oder das gesamte System in positiver oder negativer Weise spürbar. Werden diese Systemgesetze eingehalten, so ist das ganze System motiviert. Die Beziehungen stimmen, jeder einzelne fühlt sich unterstützt, gestärkt etc. Werden sie missachtet, werden das System und jeder Einzelne geschwächt.

  • Das wichtigste Systemgesetz ist die „Zugehörigkeit zum eigenen System“, denn das bedeutet Überleben. So ist es heute noch im Tierreich, und wir bringen dieses Erbe mit, das in unseren Verhaltensprogrammen gespeichert ist.
  • Das zweitwichtigste Systemgesetz ist „gegenseitige Anerkennung, Wertschätzung und Respekt“. Kein System kann ohne Anerkennung langfristig funktionieren.

Es gilt als Prinzip erst die Ordnung, dann die Bindung und schließlich die Würdigung. ….“

/Annette Kunow, Projektmanagement & Business Coaching, 4. Auflage, 2016/

Sich zugehörig zu fühlen heißt aber nicht, ständig gemeinsam mit anderen zusammen zu sein und alles zusammen zu tun. Teamarbeit bedeutet ja auch nicht, dass alle alles gemeinsam tun. Und die Schwarm- oder kollektive Intelligenz einer Gruppe wird dann erst richtig angezapft, wenn sich jedes Gruppenmitglied eigene Gedanken entwickelt und die dann in die Gruppe einbringt. Dann erst kann in der Gruppe ein Mehr geleistet werden.

2 Alleinsein muss erlernt werden

Aber viele Menschen haben das Alleinsein nie gelernt oder wieder verlernt.

Kein Wunder, wenn ein Kind schon eine Dauerbetreuung rund um die Uhr erleidet: Musikunterricht, Sportunterricht, Ballett, Medien. Oft ist es eine 50 Stunden-Woche.

Da bleibt ja auch keine Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen und alleine zu spielen.

Später wird es dann fortgeführt: Es muss dann auch eine Dauerberieselung her: ständig in den Social Media, immer mit Freunden zusammen, ständige Berieselung mit Musik oder Spielen.

3 Alleinsein als freiwilliger Rückzug

Immer mehr Menschen ziehen sich von Zeit zu Zeit einige Tage ganz zurück und verzichten sogar tagelang auf das Sprechen, indem sie ins Kloster gehen. Oder sie verzichten für eine gewisse Zeit auf soziale Medien oder alle Informationen.

Chris Bailey hat nach seinem Studienabschluss ein Jahr Produktivitätsmethoden an sich ausprobiert und berichtet in seinem Buch „Chris Bailey, The Productivity Project: Accomplishing More by Managing Your Time, Attention, and Energy, 2016″ von den Ergebnissen.

Dieser freiwillige Rückzug bringt uns nach ein paar (vielleicht auch schwierigen) Tagen zu uns selbst zurück.

Selbstverständlich sollte das Alleinsein nicht zu einem Dauerzustand werden. Auch nicht das freiwillige. Es sollte uns nicht ausgrenzen und aus der Gruppe isolieren.

4 Alleinsein verschafft Respekt

Zuerst reagieren Menschen negativ auf Menschen, die sich bewusst herausziehen. Nach einiger Zeit beginnen sie aber, es zu akzeptieren, wenn man sich danach ihnen wieder zuwendet.

Alleinsein ruft unsere innersten Gefühle in uns hervor. Das können Ängste sein. Ängste, nicht gut genug zu sein oder nicht in der Gruppe anerkannt zu sein.

Unsere kleine innere Stimme kommt zu Wort

Aber Alleinsein kann auch unsere innersten Wünsche hochpoppen lassen. Wenn wir alleine sind, kommt endlich mal unsere kleine innere Stimme zu Wort und kann uns mitteilen, was wir so sehr vermissen.

Alleinsein heißt nicht, einsam sein

Immer öfter gilt eine Auszeit als Weg zu mehr Spiritualität, Kreativität sowie intellektueller Reinigung und Reife, wir zum Beispiel die Menschen, die auf eine Pilgerreise gehen.

5 Alleinsein dient der Weiterentwicklung

Aus dieser Phase der Selbstisolation und Abgeschiedenheit bekommen wir jede Menge Inspirationen und eine enorme kreative Kraft.

Beim Alleinsein erholen wir uns nicht nur, sondern bringen sogar bessere Leistungen als in der Gemeinschaft.

Wir können uns einfach besser konzentrieren.

Sich abends noch einmal in Ruhe hinzusetzen und den Tag zu reflektieren, schafft uns Distanz und Kontrolle und damit Freiheit.

Wir kennen das alle: zu viele Aufgaben auf einmal, das Telefon läutet ununterbrochen, Probleme in der Familie. In solchen Situationen suchen wir das Weite und wollen oder müssen allein sein, um uns wieder zu ordnen. Um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Zu viel Fremdbestimmung lässt uns nämlich aus dem Gleichgewicht geraten.

Fazit

Durch das Alleinsein

  • Können Sie Ihre Stärken und Fähigkeiten klar erkennen.

Wer allein ist, kann und muss die Dinge selbst in die Hand nehmen. Nach einiger Übung wird man sicher im Umgang mit sich selbst und der inneren Stimme. Das Selbstbewusstsein wächst.

  • Lernen Sie sich selbst und Ihre Bedürfnisse besser kennen.

Wir schaffen uns einen Zugang zu uns selbst und unsere Bedürfnisse. Das erleichtert uns, zu erkennen, was uns gut tut und was uns stresst Das, was wir wirklich wollen. Entsprechend können wir dann bewusst unser Leben gestalten, zum Beispiel unsere Ziele.

  • Finden Sie fundierte und stabile Entscheidungen und übernehmen Verantwortung für sich

Hier geht es um Selbstverantwortung. In der Gruppe sind wir leicht geneigt, uns der Gruppenmeinung unterzuordnen. Ja, gruppendynamisch können wir manchmal gar nicht anders.

Im Leben müssen wir aber unsere Entscheidungen letzten Endes selbst austragen. In der Konsequenz nimmt sie uns niemand ab. Wir müssen die Verantwortung immer selbst tragen!

  • Führen Sie starke, belastbare Beziehungen.

Nur wer einsamkeitsfähig ist, der ist auch beziehungs- und gesellschaftsfähig, davon ist nicht nur Gerd B. Achenbach zutiefst überzeugt.

Denn Sie machen Ihr Glück nicht von anderen abhängig und benötigen nicht ständig deren Bestätigung. Das verschafft Ihnen Freiheit, so zu handeln, wie es Ihnen gut tut.

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