Bauchgefühl

Was ist das denn mit dem Bauchgefühl?

Es geht eben um eine Mischung aus Kopfentscheidung und Bauchgefühl. Die F.O.R.C.E.-Strategie für eine umfassende Strategie zur Entscheidung.

Was ist das denn mit dem Bauchgefühl?

Bauchgefühl bedeutet zweierlei: Die Intuition (= Wissen + Erfahrung), die uns Entscheidungen aus einem Gefühl heraus treffen lässt und ein tatsächliches, gefühlsmäßiges Spüren im Körper.

„Das entscheide ich nach meinem Bauchgefühl.

oder

„Ich höre auf´s Bauchgefühl.“

sind Formulierungen, die Sie sicher schon einmal gehört oder gesagt haben.

Doch was hat es mit diesem Bauchgefühl auf sich?

Gibt es dafür auch eine rationale Grundlage?

Das Dilemma ist: Im Allgemeinen verlassen wir uns auf gut abgewogene und durchdachte Entscheidungen. Aber wenn dann doch der Bauch rebelliert, ist das immer ein Warnzeichen.

Wo spüren wir Emotionen?

Im Übrigen muss das Bauchgefühl nicht zwingend im Bauch zu spüren sein.

“Ich habe einen Kloß im Hals”,

“Ich habe eine Wut im Bauch”

oder

“Mir bricht es das Herz (vor Kummer)”

diese Aussprüche kennen wir alle.

In einem Experiment zur “Anatomie der Gefühle” haben Forscher der finnischen Aalto University im Jahr 2013 in Esbo mit 700 Testpersonen aus Finnland, Schweden und Taiwan herausgefunden, dass Emotionen tatsächlich in bestimmten Körperteilen spürbar sind und sie farblich sichtbar gemacht.

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Wo im Körper genau?

So zeigt sie die Gefühle, zum Beispiel für Traurigkeit im Hals, für Stolz in der Brust, für Scham und für Neid im Kopf (erröten) und für Wut-, Freude-, Sorge-, Angst- und Ekelgefühle im Bauchraum.

Depression und Traurigkeit machen Arme und Beine schlapp.

Die Liebe ist das stärkste Gefühl – bis auf Arme ist der ganze Körper betroffen. 😊

/Aalto University and Turku PET Centre/

Bauchgefühl Körperzonen-GefühlKörperkarte der Gefühle /Aalto University and Turku PET Centre/

Schwarmwissen Gedächtnis

In unserem Gehirn sind Informationen wie in einem Netzwerk miteinander verbunden“,

sagt Professor Andreas Glöckner, Leiter des Lehrgebiets “Allgemeine Psychologie: Urteilen, Entscheiden, Handeln” am Institut für Psychologie der Fernuniversität in Hagen.

Dort sind Muster und Zusammenhänge abgelegt, die bei jeder Entscheidung aktiviert werden.

Es gibt Vieles, das wir erlebt und als bekannt im Gedächtnis abgelegt haben.

Was der Mensch macht: Er fügt die Informationen zusammen, dass sie für ihn stimmig sind. Wir streben unbewusst nach einem Maximum an Kohärenz.”

Kohärenz bedeutet in diesem Kontext “zusammenhängend” im Sinne von “logisch, schlüssig”./Glöckler/

Manche nennen es sogar das zweite Gehirn.

Das limbische System und der Neocortex

Etwas zu den Hintergründen:

Im limbischen System werden Entscheidungen schnell und unbewusst gefällt – vergleichbar dem tierischen Instinkt. Die Amygdala, das Hauptareal im limbischen System, ist immer aktiv und zuständig für Fluchtreflexe.

Der Neocortex, ein Teil des Gehirns, ist der entwicklungsbiologisch jüngere. Er ist beim Menschen stark ausgeprägt.

Die hier getroffenen Entscheidungen brauchen ihre Zeit.

Dieser Teil des Gehirns ist selten aktiv, er arbeitet bewusst, daher langsam und anstrengend, aber logisch.

Hier werden das Pro und Contra abgewägt und genau das führt dann doch häufig zu schlechten Entscheidungen.

Diese analytisch getroffenen Entscheidungen werden sehr hoch bewertet, die oftmals lebensrettenden finden jedoch im Steinzeitgehirn statt.

Etwa wenn blitzschnelle Reflexe gefragt sind und Sie einem Fahrzeug ausweichen müssen.

Solche schnellen Entscheidungen sind wichtig, denn die menschlichen Sinne sorgen dafür, dass ständig Informationen ans Gehirn übermittelt werden:

Das scheuernde Kleidungsstück, vor dem Fenster sprechende Menschen, das Lachen im Nachbarbüro, das Tropfen eines lecken Wasserhahns und vieles mehr.

Diese Informationen nehmen wir zu unserem eigenen Schutz nicht bewusst auf. Sie werden automatisch im Gehirn gefiltert (außer bei Hochsensibilität).

Das alles muss einerseits schnell gehen, andererseits müssen genügend Kapazitäten für lebenswichtige Entscheidungen sein.

Das Nervennetzwerk um das limbische System bildet „Bauchgefühl“ ab und ist für die Fälle zuständig, in denen nicht erst langwierig Vor- und Nachteile gegenübergestellt werden können.

Ängstliche/emotionale Menschen

Für sehr emotionale oder hochsensible Menschen ist das Umfeld oft irritierend, weil sie die Außenwahrnehmung nicht genügend filtern können. Alles wirkt auf sie ein. Sie sind quasi ungeschützt.

Hier spielt die Erfahrung eine große Rolle. Dann wird es ihm auch mit der Zeit gelingen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Gegensatz zwischen Logik und Gefühl

Seit Ewigkeiten besteht der alte Gegensatz zwischen Logik und Gefühl.

Sprechen wir im Allgemeinen von Bauchgefühl, verstehen wir dies

  • die Fähigkeit, innerhalb kurzer Zeit gute zu entscheiden, ohne die verstandesmäßigen Argumente dahinter bewusst zu kennen,
  • im Unterbewusstsein liegende Ursachen für eine Entscheidung,
  • das spontane Wahrnehmen bestimmter Situationen, die auf Empathie beruhen (Kindererziehung),
  • als Eingebung oder Gedankenblitz, wenn wir plötzlich DIE Lösung oder plötzlichen Einfall haben.

Trennung von beruflich und privat?

Für Bauchgefühl scheint im Geschäftsleben kein Platz zu sein – hier geht es schließlich um Professionalität.

Und im Wort Bauchgefühl steckt immer noch der Begriff „Gefühl“.

Emotionen sind im Berufsleben verpönt, sie passen besser ins Privatleben.

Und da haben wir sie wieder: Die Trennung von beruflich und privat.

Sie ist nicht nur unsinnig, sondern macht auch krank!

Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass Gefühle irgendwo unterdrückt werden können. Frei von Emotionen ist kein Mensch, sofern er nicht Psychopath ist.

Und ein Arbeitsalltag ohne menschliche Gefühle (im angemessenen Rahmen) ist sehr mühsam.

Schließlich haben wir es mit Menschen und keinen Maschinen zu tun.

Die für das Arbeitsleben unerlässliche Vertrauensbildung funktioniert nur, wenn Sie Ihrem Gefühl vertrauen.

Es gibt ja auch keine wirklich objektiven Entscheidungen. Sie sind immer subjektiv. Immer aus der Sicht der Entscheider und deren Erfahrungen.

Bestes Beispiel: Wenn sich ein Kind an einer Herdplatte verbrennt, fühlt es den Schmerz. Es wird nicht mehr auf heiße Herdplatten fassen.

Das ist eine logische Konsequenz, denn Verbrennungen tun sehr weh.

Tiere besitzen diesen Instinkt.

Menschen ein hochentwickeltes Gehirn – wofür dann noch ein Bauchgefühl?

Dem israelisch-amerikanischen Psychologen Daniel Kahneman haben wir die Erkenntnis zu verdanken, dass es diese oben beschriebenen zwei Areale in unserem Gehirn gibt, die für Entscheidungen zuständig sind:

Kein Algorithmus für Entscheidungen

Es geht aber nicht nur um Schnelligkeit:

Ein langwieriges Abwägen, um möglichst alle Konsequenzen einer Entscheidung zu berücksichtigten, verlangt fast schon einen Algorithmus.

Für jemanden, der zum Beispiel in der Buchhaltung arbeitet, ist es einfacher, sind Entscheidungen zu treffen. Da gibt es Regelwerke, die befolgt werden müssen.

Wer jedoch kreativ und innovativ arbeitet, kann seine nicht Ideen bis ins kleinste Detail herunterbrechen, sondern muss auch ausprobieren können.

Entscheidungen immer mit dem Bauch treffen??

Ist es also immer besser, auf sein Bauchgefühl zu hören?

Ganz so einfach ist es nicht.

Denn das Bauchgefühl entwickelt sich erst mit der Zeit. Es greift im Endeffekt wie bei rational erklärbaren Entscheidungen auf angesammeltes Wissen zurück.

Deshalb ist der Gegensatz zwischen Gehirn = Logik, Bauchgefühl = Irrationalität nicht falsch.

Auch intuitiven Entscheidungen liegt ein großer Erfahrungsschatz.

Andererseits besteht die Gefahr, wir früher richtige Entscheidungen, dann für andere, nicht passende Situationen anwenden.

Wer beispielsweise das Flugzeug als Transportmittel ablehnt, weil da das Risiko eines Absturzes besteht, sieht nicht wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit, bei einem Autounfall zu verunglücken.

Gigerenzer spricht in diesem Zusammenhang von guten und schlechten Intuitionen. Hier greift der ursprüngliche Angstmechanismus, der angesichts wesentlich größerer Risiken überholt ist.

Das Bauchgefühl kann aber auch versagen, wenn wir unsere Erfahrungen auf andere projizieren: Beispielsweise begegnen Sie einer neuen Kollegin, die Sie sofort unsympathisch finden, weil sie Sie vielleicht äußerlich an eine ehemalige Klassenkameradin erinnert, die Sie zu Schulzeiten getriezt hat.

Oder Sie schließen sich einer Entscheidung an, weil alle Ihre Kollegen etwas befürworten, ohne genau hinzugucken. In solchen Fällen überlagert die Gruppendynamik das Bauchgefühl.

Vorgehen bei Entscheidungen

Das Bauchgefühl ist ein kluger Kopf. Darin besteht kein Zweifel. Deshalb sollten wir es bei Entscheidungen mit einbeziehen.

Oft machen wir uns für große Entscheidungen Listen, die uns helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Aber oft sind wir unter Zeitdruck oder haben nicht diese Fülle an Informationen.

Was machen wir dann?

Argumente suchen

Mit unterstützenden Argumenten können Sie Ihrem Bauchgefühl auf die Sprünge helfen.

Die F.O.R.C.E.-Strategie

  1. Schritt: F wie Fakten (Facts)
    Als Erstes wird der Ist-Zustand analysiert.
  2. Schritt: O wie Optionen (Options)
    Dann werden alle Optionen aufgelistet, die möglich sind.
  3. Schritt: R wie Risiken und Nutzen (Risks and Benefits)
    Die einzelnen Optionen werden nun nach dem Nutzen und dem Risiko abgeklopft.
  4. Schritt: C wie Entscheidung (Commitment)
    Hier wird dann Verantwortung übernommen und sich für eine Option entschieden.
  5. Schritt: E wie Ausführung (Execution)
    5.1 Dies Option wird konsequent ausgeführt.
    5.2 Nach Ausführung wird überprüft, ob die Option das gewünschte Ergebnis liefert.
    5.3 Jetzt wird diese Option angewandt und deren Wirksamkeit überprüft und gegebenfalls optimiert.

Kommen wichtige, neue Faktoren dazu, führt das zum erneuten Durchlaufen dieser 5 Schritte.

Denn viele Randbedingungen können sich im Laufe eines Projekts ändern (Gesetze, Bestimmungen, örtlich Gegebenheiten, usw.)

Aber auch Ihre Werte ändern sich im Laufe Ihres Lebens.

Für das, was Sie als Jugendliche:r vehement verteidigt haben, lockt Sie vielleicht als 67-Jährige:r nicht mehr hinter dem Ofen hervor. 😊

Dabei ist das Wichtigste bei allem die UMSETZUNG.

Nur in der Umsetzung bringen Sie das Gedachte in eine reale Form bringen:

Danach werden Korrekturmaßnahmen und Optimierungen durchgeführt.

Dafür werden Ihre Fähigkeiten immer wieder geprüft und erweitert.

So kommen Sie zu den für Ihr Unternehmen richtigen Ergebnissen.

Die F.O.R.C.E.-Strategie ermöglicht Ihnen eine umfassende Strategie zur Planung und Durchführung.

Konsequenzen abwägen

Dann suchen Sie nach weitreichenden, negative Konsequenzen oder Risiken.

Ist alles zufriedenstellend, dann fällen Sie Ihre Entscheidung.

Es gilt: Eine schnelle Entscheidung ist besser als keine Entscheidung. Eine falsche Entscheidung kann meist revidiert werden und bringt Ihnen eine weitere Erfahrung.

Ideen sammeln

Gut ist es, auch abwegige Vorstellungen zuzulassen.

Veränderungen beobachten

Wichtig ist: Aufmerksam das Gefühl, welche Ahnung Sie zuerst hatten, zu beachten. Das können Gefühle wie Gänsehaut, Schmetterlinge im Bauch oder Kribbeln in den Gliedmaßen sein.

So sollten Sie auch wachsam sein, wenn Sie physische Veränderungen an sich spüren, und dann Ihre Entscheidung gründlich prüfen..

Zeit einräumen

Durch einen Spaziergang, eine Nacht-drüber-schlafen (das Unterbewusstsein arbeiten lassen) oder Entspannung durch Meditation oder Sport, bekommen Sie den nötigen Abstand und haben wieder Zugang zu Ihren intuitiven Impulsen.

Bauchgefühl im Business?

Nun kommt die Frage. Wie entscheide ich im Business, bei Kunden, in Projekten?

Im Grunde sind es dieselben Vorgänge.

In der Regel vertrauen wir im Business den Daten und nicht (nur) dem Bauchgefühl.

In letzter Zeit wird in den sozialen Netzen immer öfter von Herzensbusiness, etc. gesprochen.

Oft beschleicht mich da auch oft der Verdacht, ob da nicht etwas verwechselt wird.

Denn: Bauchgefühl ist nicht gleich Wohlgefühl.

Im Business geht es nicht um s Wohlfühlen, sondern um eine Existenzsicherung von vielen Personen.

Das ist manchmal schwer.

Aber wenn Sie zum Beispiel immer wieder Aufträge bearbeiten, die Sie im Innersten gar nicht wollen, sollten Sie überlegen, ob Sie sie in Zukunft noch annehmen – auch wenn Sie Ihnen viel Geld einbringen.

Klar. Da gehört ein gewisser Freiraum dazu. Aber das Geld kann auch Schmerzensgeld bedeuten!

Dort wo die Angst ist, ist der Weg!

Grauslich, aber wahr.

Aus meiner Erfahrung hat sich dieser Satz bewahrheitet. Aus Angst sollten wir die Durchführung einer Entscheidung nicht unterlassen.

Die (Er-) Lösung zeigt sich oft sehr schnell.

Es ist ja immer die Frage:

Will Sie spielen oder Business machen?

Fazit

Es geht eben um eine gesunde Mischung aus Kopfentscheidung und Bauchgefühl.

Um sicher mit Ihrem Bauchgefühl umzugehen, müssen Sie sich Wissen aneignen und Erfahrungen machen.

Mit der F.O.R.C.E.-Strategie haben Sie eine umfassende Strategie zur Planung und Durchführung einer Aufgabe.

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Fotos: Pixabay.com@silviarita; Annette Kunow

 

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Über Annette Kunow

Mein Name ist Annette Kunow und ich bin Unternehmerin, Künstlerin und Hochschullehrerin a. D.

30 Jahre machte ich nun diesen “Trigat” zwischen Hochschule, Unternehmen und Kunst. Ich schaffte es immer wieder, die Synergien zwischen diesen drei Standbeinen herzustellen.

Nur so funktionierte es: Durch die Tätigkeit in meinem Unternehmen KISP bereicherte ich den Unterricht an der Hochschule in der Technischen Mechanik und im Projektmanagement mit Beispielen aus der Praxis.

In der Kunst kann ich dann meine andere Seite leben. Meine Bilder stelle ich mittlerweile weltweit aus.

Ich kann das alles gut integrieren und möchte keine dieser Seiten missen.

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