Fokus! Flow! Kreativität!

Fokus! Flow! Kreativität!

Fokus ist notwendig, um Aufgaben produktiv zu lösen. Unterbrechungen versetzen uns immer wieder auf die Anfangsposition und lassen keinen Flow zu.

Fokus! Flow! Kreativität!

Eine Glasscherbe kann das Sonnenlicht so bündeln, dass sich das Licht, das hindurch fällt, so bricht, dass es in genau einen Punkt auftrifft, im Fokus. So kann man durch eine Glasscherbe ein Feuer entfachen.

Um erfolgreich und produktiv zu sein, müssen Sie ebenfalls Ihre Kräfte auf eine Aufgabe, auf ein Ziel oder in eine Lösung in den Fokus bringen.

Was heißt das aber für Ihren Fokus?

Fokussieren heißt scharfstellen, bündeln. Es heißt, sich auf nur eine Sache konzentrieren. Nur eine Aufgabe im Auge zu haben, wenn Sie daran arbeiten.

Das heißt aber auch, Unterbrechungen zu vermeiden, wie nebenbei noch schnell mal Emails lesen oder ein Telefonat anzunehmen. Denn das stört Ihre Konzentration erheblich und Sie fangen immer wieder von vorne an. Aber auch die viel gepriesene (oder zu Recht geschmähte) offene Bürotür, lenkt Ihre Aufmerksamkeit immer wieder vom Wesentlichen ab.

Arbeitsunterbrechungen

Arbeitsunterbrechungen lassen Sie immer wieder bei Null anfangen und stören Ihre Konzentration: Ihren Fokus!

Zurück auf Anfang

Gemäß dem Sprichwort „Aller Anfang ist schwer.“ Versetzen Sie sich durch Ablenkungen immer wieder in diese Anfangsposition. Ja, es ist wie beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel!

Im Spiel ärgern sich die meisten von uns, wenn sie wieder zurück an den Anfang (des Spiels) müssen. Irgendwann haben wir dann keine Lust mehr und wollen nicht weiterspielen. Vielleicht sind wir sogar sehr verärgert.

Vielleicht spielen wir das Spiel, um zu lernen, mit diesem Ärger besser umzugehen?

Im Berufsalltag nehmen Sie hin, durch Störungen immer wieder an den Anfang gestellt zu werden. Irgendwann haben Sie dann aber auch keine Lust mehr und denken, Sie seien unfähig, diese Aufgabe zu bewältigen. Auch da sind Sie verärgert – mit sich selbst.

Warum spielen Sie dieses Spiel im (Berufs-) Alltag? Um sich zu demotivieren?

Fokus

Natürlich fällt es am Anfang schwer, eine feste Zeitdauer lang (beim Pomodoro-Prinzip sind es vier 25-Minuten-Zeitblöcke, bei der 60/60/30-Strategie sind es zwei 60-Minuten-Zeitblöcke) konzentriert bei einer Aufgabe zu bleiben. Es funktioniert vielleicht auch nicht das erste Mal so lange, aber mit etwas Übung und Geduld wird es immer besser werden.

Eine neue Sprache oder Radfahren haben Sie ja auch nicht auf den ersten Versuch perfekt gekonnt, sondern sich erst durch viele Wiederholungen und Übungen erarbeitet.

Mit Geduld und Übung in den Flow

Es heißt also, etwas geduldig mit sich zu sein. Es wird mit der Zeit klappen.

Die Vorteile des Im-Fokus-Seins liegen dabei auf der Hand. Die Konzentration auf eine Aufgabe für eine gewisse Zeit verschafft Ihnen eine ungeheure Produktivität. Sie kommen nach einiger Zeit wie von selbst in den Flow. Die Gedanken, die Erledigung einer Aufgabe,  geht wie von alleine: Es fließt.

Das Gefühl für Zeit geht verloren. Sie sehen das Ziel glasklar vor sich und Sie wissen um Ihre Fähigkeiten, und dass ein Erfolg möglich ist.

Dieser Erfolg ist aber nicht sicher zu erzielen. Dieses Restrisiko ist notwendig, um im Flow zu bleiben. Alltagssorgen und Probleme verblassen, Sie handeln im Hier und Jetzt. Sie sind voll und ganz bei Ihrer Tätigkeit.

Der ungarisch-stämmige Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi [‘mihaːj ‘tʃiːksɛntmihaːji] hat solche Erlebnisse 1975 erstmals unter dem Begriff “Flow” beschrieben.

Aus seinen Büchern “Flow – Das Geheimnis des Glücks” und “Flow im Beruf” ergeben sich diese Folgerungen

  • Ein Flow-Erleben stellt sich nur dann ein, wenn die Anforderungen an unsere Fähigkeiten leicht über dem Niveau liegen, das wir bislang als unsere Grenze empfinden.
  • Weder Arbeitsüberlastung noch chronische Unterforderung sind förderlich für die Gesundheit. Sie können zur Langeweile, dann zur Apathie und schließlich zur Depression führen. Nur dazwischen liegt der Bereich, in dem wir in den Flow kommen können.
  • Wenn man sich mit kleinen, machbaren Schritten immer weiter an das nächste Herausforderungsniveau herantastet, können Flow-Erlebnisse bewusst herbeiführt werden. Aber es ist auch nicht erstrebenswert, ununterbrochen im Flow zu sein.

“Die besten Momente in unserem Leben sind nicht die passiven, entspannenden Zeiten … Die besten Momente treten in der Regel dann auf, wenn Körper oder Geist einer Person die freiwillige Anstrengung unternimmt, an seine Grenzen zu gehen, um etwas Schwieriges und Lohnendes zu erreichen.”

Mihaly Csikszentmihalyi (1990)

 

Kreativität durch Fokus

Im Flow öffnen Sie Ihren kreativen Kanal, der Ihnen neue Ideen und neue Lösungen bereitstellt, die längst in Ihrem Unterbewusstsein schlummern.

Denn Sie gehen ja meist mit einer komplexen Aufgabe tagelang in Gedanken umher. Dann arbeitet Ihr Unterbewusstsein bereits für Sie und Sie müssen das Wissen nur abzapfen. Es zulassen.

Sie kennen das alle: Wenn Sie  in etwas versunken sind, das Ihnen alles um Sie herum vergessen lässt, haben Sie ganz plötzlich tolle Ideen und Lösungen für Ihre Probleme.

Dasselbe erfahren Sie, wenn Sie im „Spielmodus“ sind: Den Fokus auf eine Aufgabe gerichtet, die Ihnen Spaß macht, vergessen Sie Raum und Zeit.

Und auch aus Ihrer Kindheit kennen Sie das auch noch: Versunken in Ihr Spiel. Damals versanken Sie auch völlig in den warmen Sommertagen in Ihre Spiele und waren glücklich.

Fazit

Ein Fokus ist notwendig, um Aufgaben produktiv zu lösen. Unterbrechungen versetzen Sie immer wieder auf die Anfangsposition und lassen keinen Flow zu, der Sie mit Ihrem kreativen Kanal verbindet und uns den Zugang zu Ihrem, ständig für Sie arbeitendem Unterbewusstsein schafft. Und den sollten Sie nutzen!

Kennen Sie diesen Zustand? Bei welchen Arbeiten ist er bei Ihnen entstanden?

 

Fotos: Pixabay.com; Annette Kunow

 

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Über Annette Kunow

Mein Name ist Annette Kunow und ich bin Hochschullehrerin, Künstlerin und Business Coach.

Seit 30 Jahren mache ich nun diesen “Trigat” zwischen Hochschule, Unternehmen und Kunst. Ich schaffe es immer wieder, die Synergien zwischen diesen drei Standbeinen herzustellen.

Nur so funktioniert es: Durch die Tätigkeit in meinem Unternehmen KISP bereichere ich den Unterricht an der Hochschule in der Technischen Mechanik und im Projektmanagement mit Beispielen aus der Praxis.

In der Kunst kann ich dann meine andere Seite leben. Meine Bilder stelle ich mittlerweile weltweit aus.

Ich kann das alles gut integrieren und möchte keine dieser Seiten missen.

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