Hätte, hätte, Fahrradkette … – auch das ist Kommunikation

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Der Mensch unterscheidet sich durch seine komplexe Kommunikation vom Tier. Und damit hat uns das Universum eine große Aufgabe gestellt! Die Sie aber lernen können!

Hätte, hätte, Fahrradkette … – auch das ist Kommunikation

Kennen Sie auch die folgende Kommunikation? Ich bin sicher.

„Hätten Sie doch hier vorne auf dem Bürgersteig geparkt ….“

´Häh!´ Ich habe doch gestern extra noch einmal angerufen, um zu fragen, wo ich zum Ausladen am besten parken kann.
Jetzt fehlte nur der Satz: Das ist den Anderen auch schon passiert.

Was war passiert?

Ich musste Präsentationsmaterial zum Kunden nach Aachen transportieren. Der Kunde ist auf eine sehr befahrene Strasse  umgezogen.

Eine der befahrendsten Straßen der Stadt.

Das wusste ich nicht.

Aber ich habe vorher gegoogelt und ahnte es. Also rief ich extra noch einmal an.

Innere Kommunikation

Mein Navi brachte mich auch erfolgreich auf den Ring.

Als ich am Ziel ankam, hinderte mich ein Gefühl – meine innere Kommunikation – , auf diesen extrem hohen Bordstein zu fahren.

Deshalb machte ich noch eine Runde, um eine bessere Möglichkeit zu finden. Schließlich kam ich doch wieder an diese Stelle.

Und der erste Versuch führte zum Misserfolg!

Der rechte, vordere Reifen platzte und ich riss mir fast den Spoiler ab. 🙁

Nun war ja genug Zeit, alles auszupacken, bis der ADAC kam.

Von denen kam die Frage, ob ich ein Ersatzrad habe. Ich erinnerte mich schwach, dass da unten im Kofferraum – wo ich eigentlich nie bin – ein Notrad liegt.

Haben Sie ein Ersatzrad? Sehen Sie lieber mal nach. 🙂

Aber Nachsehen war bei mir nicht drin, denn der ganze Wagen war ja vollgepackt!

Hätten Sie doch lieber …

Und jetzt kam noch die Bemerkung des Kunden: „Hätten Sie doch lieber da vorne auf dem Bürgersteig geparkt  …“

Luft anhalten und weiter machen.

Hier ist die Kommunikation gestört oder gar beendet.

Mangelndes Einfühlungsvermögen

Was ist das? Mangelndes Einfühlungsvermögen, mangelnde Empathie?

Ich habe das schon so oft erlebt.

Ich suche stundenlang ohne Erfolg eine Straße und komme dann völlig erschöpft zu spät zum Meeting. Mein Gegenüber empfängt mich nachsichtig lächelnd: „Das geht allen so! Das plane ich schon ein.“

Statt mir einen Tipp oder eine kleine Wegbeschreibung zukommen zu lassen! 🙁

Auch hier ist die Kommunikation belastet, denn im Inneren grollt es in mir.

Eigene Landkarte

Das NLP (Neuro Linguistisches Programmieren) spricht von der „Landkarte“, die jeder Mensch durch seine Kultur und Erfahrungen individuell entwickelt.

Das heißt, jeder Mensch betrachtet die Welt von seiner persönlichen Perspektive. Die Person zieht aus ihren Erfahrungen Schlüsse, die erfolgreich für ihr Leben sind. Nicht zwangsläufig für andere.

Deshalb ist sie gar nicht in der Lage, die „Landkarte“ des Gegenübers richtig zu deuten und/oder zu verstehen. Wenn sie nicht versucht, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen. Und das geht nicht ohne Hinterfragen.

Hier kommen wieder die W-Fragen in Einsatz:

  • Wer?
  • Wie?
  • Was?
  • Warum?
  • Wo?

Win-Win in der Kommunikation

Erst dann haben Sie eine Win-Win-Situation, wenn Sie es schaffen, sich wirklich in die Situation des Gegenübers zu versetzen.

  • Welche Sicht auf das Problem hat diese Person?
  • Warum denkt sie so?

Ein weiterführender Satz im Unternehmenskontext ist:

„Wie muss der andere (mein Kollege), als gesunder, gebildeter und am Unternehmen genau wie ich interessierte Mensch, die Situation sehen, um zu dieser Meinung zu kommen?“

Fit for Job

In meiner Vorlesung „Fit for Job“ geht es um das Managen von Vorgesetzten und Kollegen.

Ja, sie müssen gemanaged werden, sonst müssen Sie sie erdulden oder ertragen.

Und das führt immer zu einer passiven Situation. Das heißt, Sie können nur noch reagieren und nicht agieren.

Aber Sie müssen Ihre Vorgesetzten und Kollegen so nehmen, wie sie sind.

Sie sind nun mal da und ein Austausch würde sehr lange dauern, bis erste Erfolge da sind. Wenn es dann klappt.

Spezialisten wie Sie

Und hier haben Sie noch eine weitere Hürde in der Kommunikation zu überwinden:

Alle Kollegen sind Spezialisten wie Sie auch.

Sie leben in einer eigenen Welt und alles andere interessiert sie nicht.

Sie sprechen eine eigene Sprache und sind stolz darauf, nicht verstanden zu werden.

Und sie haben eine andere Wahrnehmung.

Kommunikation Spazierweg

Wahrnehmungsunterschiede in der Kommunikation

Aber oft ist die meiste Kreativität in den Bereichen, in denen Sie nicht alles verstehen.

Es ist Ihre Verantwortung, sich verständlich zu machen!

Also sollten Sie sich fragen:

  • Wie muss mein Output aussehen, damit er für meine anderen Kollegen sofort und mühelos Input sein kann?

Gute Kommunikation bedeutet, einfach, klar, präzise, verständlich zu reden.

Und vor allem, in der Sprache des Empfängers, des Gegenübers zu reden.

Kommunikationstheorie

Paul Watzlawick hat sehr hilfreiche Kommunikationsaxiome aufgestellt.

  • Man kann nicht nicht kommunizieren
    Kommunikation kennt kein Gegenteil. Sie können nicht Nicht-Kommunizieren, jedes Verhalten wird als Kommunikation interpretiert. Nichtverhalten geben es nicht.

Das heißt, jede Körperbewegung, jede Augenbewegung, jede Geste, jede Mimik ist Kommunikation.

  • Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
    Im Zweifelsfall gilt die nonverbale Botschaft.

Wenn die Kommunikation auf der verbalen und der nonverbalen Ebene nicht kongruent ist, wird der nonverbalen Aussage größeres Gewicht als der verbalen Aussage beigemessen.

Verbale Kommunikation

Das gesprochene Wort

1/7 der Kommunikation

Nonverbale Kommunikation

Körpersprache (Haltung, Gang …)

Augenbewegungen

Gestik

Mimik

Hautfärbung (Rötung, Flecken …)

Atmung

  • Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung
    Die empfangene Botschaft ist gültig. Nicht was gesendet, sondern was empfangen wird, bestimmt den weiteren Verlauf der Kommunikation. Dem Empfänger steht die gesendete Botschaft nicht zur Verfügung.

Hier ist der Flirt in der Disco ein gutes Beispiel. Wenn Sie Ihre erwählte Person mit den falschen Worten ansprechen, ist die Kommunikation beendet. Jeder hat das wohl schon erlebt.
Im Unternehmen muss diese Person trotzdem weitermachen, trotz Groll. Dann wird es kompliziert.
Konflikte sind vorprogrammiert.

  • Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten.
  • Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär.

Nur nach diesen Prinzipien kann die Kommunikation ohne Konflikte gelingen. Besonders die dritte Regel ist für die tägliche Verständigung immens wichtig.

Jeder Mensch hat seine eigenen „Landkarte“ und sollte sich deshalb im Klaren sein, dass seine Aussagen vom Gegenüber auch anders verstanden werden können.

Und Kommunikation ist noch vieles mehr.

Wahrnehmungsfilter in der Kommunikation

Also tatsächlich recht kompliziert.

Kommunikation 5-Sinne

Das gibt es noch die 5 Wahrnehmungsfilter, die die gesendete und empfangene Botschaft beeinflussen.

  • Sehen, visuell, Augen (Gesicht)
  • Hören, auditiv, Ohren (Gehör)
  • Riechen, olfaktorisch, Nase (Geruch)
  • Schmecken, gustatorisch, Zunge (Geschmack)
  • Tasten, kinästhetisch, Haut (Gefühl)

Wenn eine Person visuell ist, bevorzugt sie visuelle Worte (sehen, blau …), Bilder und visuelle Präsentationen.

Gehörtes muss erst in Bilder verarbeitet werden, um wirklich richtig verstanden zu werden. Und das kann wieder vom Kontext abhängen.

Im beruflichen Bereich ist die Person eher visuell, im Privatem eher kinästhetisch.

Ich bin weitestgehend visuell und empfinde zu viel Gesprochenes als Körperverletzung. Aber, wenn es drauf ankommt, zu, Beispiel im Coaching, kann ich sehr präzise und genau zuhören.

Kommunikationsmodell

Das bekannteste Kommunikationsmodell ist das Vier-Ohren-Modell nach Schulz von Thun.

Kommunikation Vier-Ohren-Modell Schutz Von Thun

Jede gesendete Nachricht hat vier Ebenen, aber auch jede empfangene Nachricht hat vier Ebenen.

Kommunikation Vier-Ohren-Modell Schutz Von Thun

Kommunikation Vier-Ohren-Modell Schutz Von Thun

 

Fazit

Der Mensch unterscheidet sich vom Tier, weil er unter anderen komplex kommunizieren kann.

„Der größte Unterschied zum Tier besteht jedoch in der Fähigkeit des menschlichen Geistes. Der Mensch ist in der Lage, kausale Zusammenhänge zu erkennen. Er kann Werkzeuge erschaffen und nach ethisch-moralischen Prinzipien handeln. Selbstreflexion, Antizipation, Konzeptionen sowie vielfältige Kommunikation (auch Dokumentation) erlauben dem Menschen weit mehr als allen anderen Tieren die Selbststeuerung seines Schicksals und die rasche Änderung seiner Lebensweise. Der menschliche Geist ist das hauptsächliche Unterscheidungskriterium von den übrigen hoch entwickelten Tieren.“ /Quelle/

Und damit hat uns das Universum eine große Aufgabe gestellt!  🙂

Die Sie aber lernen können!

Fotos: Pixabay.com; Annette Kunow

 

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Über Annette Kunow

Mein Name ist Annette Kunow und ich bin Unternehmerin, Künstlerin und Hochschullehrerin a. D.

30 Jahre machte ich nun diesen „Trigat“ zwischen Hochschule, Unternehmen und Kunst. Ich schaffte es immer wieder, die Synergien zwischen diesen drei Standbeinen herzustellen.

Nur so funktionierte es: Durch die Tätigkeit in meinem Unternehmen KISP bereicherte ich den Unterricht an der Hochschule in der Technischen Mechanik und im Projektmanagement mit Beispielen aus der Praxis.

In der Kunst kann ich dann meine andere Seite leben. Meine Bilder stelle ich mittlerweile weltweit aus. In diesem Jahr auf der SINGAPORE BANK ART FAIR 2019 und am 22. November 2010 in der Galerie Hexagone, Aachen, Wilhelmstrasse 16!

Ich kann das alles gut integrieren und möchte keine dieser Seiten missen.

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